Maultier im Herdenglück

Eingewöhnung in die Herde mit Überraschung Teil 2

Endlich der versprochene zweite Teil der Eingewöhnung  von Johann und Nele in die Herde!

Extrakoppel

Da Professor sich sehr aggressiv gegenüber Johann zeigte, habe ich als nächsten Schritt dann Johann und Nele auf die große Koppel gelassen. Dort konnten sie dann Kontakt zu den anderen Herdenmitgliedern aufnehmen.

Annäherung Maultiere
Freundliche Nele und kritischer Lukas

Professor, Ferdinand, Elli und Navajo dagegen habe ich dann auf die kleine Koppel gelassen. So hatten die Neuen etwas mehr Ruhe. Das Rauslaufen mit der Herde klappte einwandfrei und sie konnten sich in der neuer Koppel orientieren. Bald schon konnte man nicht mehr erkennen, daß sie neu waren, denn sie standen mittendrin beim Grasen 🙂 und beim Laufen.

Maultiere Nele und Johann
Johann und Nele beim Erkunden der Koppel

Überraschung in der Gesamtherde

Am nächsten Tag dann gleich der nächste Schritt: die Gesamtherde raus auf die Koppel. Ich hatte an dem Tag Zeit immer wieder nach der Herde zu gucken. Die Überraschung kam ziemlich schnell:

Maultierspiel

anstatt sich zu jagen, spielten Johann und Professor ausgiebig miteinander!
Klar, Mulispiele sind ziemlich rauh. Deutlich konnte ich aber den Unterschied in der Mimik sehen: wären bei aggressivem Verhalten die gesamte Maulpartie verkniffen ist und die Ohren bis zum Anschlag angelegt sind, ist beim Spiel die Oberlippen deutlich vorgestreckt und die Gesichtszüge entspannter.
Da hatten sich zwei wilde Spieler gefunden. 🙂

Maultiere schwarz und weiß
Wie wenn die zwei schon immer gemeinsam unterwegs wären 😉

Natürlich jagten immer mal wieder einzelne Herdenmitglieder die Neuen ein Stück weg, aber insgesamt war es ruhig!
Nele konnte dichter zu allen hin – vielleicht liegt es an ihrem ruhigen Wesen?!
Johann mußte sich bei den Stuten ein bißchen in Acht nehmen.

Maultierspiel
Johann im Spiel mit Ferdinand

Am Wochenende war ich dann auf Wanderritt, die Restherde zuhause kam nicht auf die Koppel und Johann und Nele verbrachten den Tag im Offenstall mit der Herde. Nachts kamen sie wieder in ihre Boxen. So konnten sie in Ruhe fressen. Vom Streifenvorhang vor den Türen hatte ich ein paar Streifen entfernt, so daß die beiden ohne Probleme hindurchgingen. Bei der Balltränke brauchte nur Johann ein bißchen Nachhilfe, dann hatten beide keine Probleme mehr, den Ball runterzudrücken und zu trinken.

Fellkraulen Maultier
Ausgiebig kraulen sich Johann und Nele

Der nächste Schritt war dann, daß sie auch in der Gesamtherde im Offenstall waren. Johann kraulte sich ausgiebig mit Nele, aber auch mit Ferdinand, mit dem er auch wie mit Professor spielte. Nele kraulte sich ebenfalls mit Ferdinand, wurde aber oft von Elli vertrieben, die sich dann mit Ferdinand kraulte. Tagsüber ließ ich die beiden jetzt bei der Herde und fütterte sie morgens auch in der Herde mit einem zusätzlichen Fressplatz im Auslauf. Sie gingen oft auch in den Stall und suchten sich dort ein Plätzchen, während andere Herdenmitglieder draußen frühstückten. In der Regel waren sie miteinander unterwegs. Abends kamen sie dann mit der Fütterung wieder in ihre Boxen.

Voll drin!

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Nele macht gerne bei den Laufspielen mit

Nach vier Wochen sind sie nun Tag und Nacht bei der Herde. Die Extraboxen sind abgebaut und der Stallbereich dafür wieder etwas vergrößert. Die beiden sind gut integriert, wenn sie auch hin und wieder flüchten müssen und natürlich beim Fressen auch erst um Erlaubnis fragen müssen, ob sie ein bißchen mitfressen dürfen.
Johann genießt es Spielkameraden zu haben und mit ihnen rumzutoben. Nele wurde mit dem Sonnenschein rossig und ließ sich von Johann „decken“. Die zwei hängen immer noch stark aneinander.
Kein Problem ist es aber, wenn Nele mit auf einem Ritt ist, dann wendet sich Johann an Professor oder Ferdinand.

Erste Ausritte

Maultierritt
Perspektive in Neles Sattel

Nele passt zum Glück ein fast neuer Westernsattel, den ich noch hatte und der noch keinem anderen Tier gehört. Die ersten Ausritte hab ich sie geritten und bin dabei auch ein gutes Stück neben ihr gelaufen. So habe ich sie gleichzeitig noch mehr an mich gebunden und ihr Sicherheit gegeben. Die Reiterei war kein Problem, nur gucken muß sie noch ganz viel.

Inzwischen wurde sie auch von Gästen geritten und sich super benommen.
Es lohnt sich schon, ein ausgebildetes Tier zu kaufen! 😉
Bald wird sie den ersten Wanderritt mitgehen!

Bei Johann wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Aber die ersten Übungen sind vielversprechend. 🙂 Den Sattel hat er nach kurzem Zögern gut auf seinem Rücken akzeptiert. So wächst auch er langsam in den Betrieb rein.

Hier ein Video von der Sattelübung:

Quintessenz

Es war das erste Mal, daß ich zwei Tiere in die Herde integriert habe. Es kam mir ein bißchen länger vor, bis sie ganz in der Herde drin waren. Allerdings hat es bei den vorherigen Integrationen von einzelnen Tieren auch sehr große Unterschiede gegeben, bis die Tiere voll drin waren. Klar, daß sich die beiden Neulinge unter den Fremden zusammengeschlossen haben und auch jetzt noch stark nacheinander gucken. Ein einzelnes Tier wird wohl oder übel den Kontakt zur Herde stärker suchen. Insgesamt bin ich aber zufrieden und ich denke, dei beiden fühlen sich inzwischen sehr wohl in der Herde.

Verletzungen gab es keine großen. Johann hat ein paar kleine Macken, aber das kann auch vom wilden Spiel kommen. 😉 Er macht auch viel mehr Hektik, wenn er flüchten muß. Aber auch das wird immer besser.

Die beiden hören inzwischen gut auf ihre neuen Namen, kommen gerne auf Zuruf zu mir und ich mag sie auch 🙂

 

 

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

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