Entscheidung

Heute Nachmittag ein Anruf und ich war gerade kurz in der Wohnung – Glück gehabt! Am anderen Ende ein am Wanderreiten interessierter Mann.
Eine Viertelstunde telefonieren wir. Ich beantworte die Fragen und versuche herauszufinden, ob mein Angebot für ihn passt. Als Selbständige kann ich mir meine KundInnen so ziemlich raussuchen und es macht einfach keine Freude, wenn jemand eigentlich ganz andere Vorstellungen hat, wie ich sie ihm oder ihr bieten kann.

Dann ein Stocken und Zögern meines Gesprächspartners, als ich erwähne, dass wir auf Maultieren reiten. „Ähm, da sind wir eigentlich nicht so…, also eigentlich wollen wir…!“
In dem Moment wird mir klar: ich stehe zu den Mulis als tolle Reittiere und BegleiterInnen bei den Trekkingtouren. Sie sind für mich erste Wahl als Wanderreittiere. Klar, ich mag auch meine Pferde und sie sind mir nicht weniger lieb. Aber ich mag nicht mehr, Diskussionen führen, in denen ich die Maultiere verteidigen muss und dann meine 3 Wanderreitpferde anbringe, um die KundInnen auf jeden Fall zu gewinnen.

Geschmäcker sind verschieden und ich bin der Meinung, man muss nicht jede Pferderasse toll finden und nicht jedes Pferd schön. Gleiches gilt natürlich auch für Maultiere. Aber ich nehme mir auch die Freiheit, dass die Maultiere genau meinen Geschmack treffen, ich von ihnen begeistert bin und mit ihnen arbeiten und leben möchte.
Mit der Entscheidung, nun unter dem Motto „Mit Mulis und Pferden auf dem Weg“ aufzutreten, sind ganz klar für mich die Maultiere an die erste Stelle getreten! 🙂

Damit wir uns nicht missverstehen: ich möchte gerne Menschen von Maultieren begeistern, die bisher keine Erfahrungen mit ihnen haben und deshalb zögern. Vor dem Unbekannten zurückzuschrecken ist ja ganz menschlich und erfordert dann jemanden, der Mut macht, mal Neues auszuprobieren. Pablo ist hier ein tolles Muli, um auch ängstliche ReiterInnen zu überzeugen. Auch die Vorstellung, die Mulis wären ja wohl ein bisschen klein für Erwachsene, lässt sich spätestens mit Blick auf Tira und Mala revidieren.

Aber die Offenheit, sich einzulassen auf die Erfahrung mit Maultieren, ist absolut notwendig. Wer sie in die Schublade „stur, faul, unbequem, langsam, nur von Deppen geritten“ packt, wird sie genau so erleben, denn Mulis spiegeln die Erwartungen sehr gut. Auf Menschen, die keine Lust auf Mulis haben, haben die Mulis auch keine Lust. Und in dem Bereich habe ich schon einige Erfahrungen sammeln können 🙁
Viele Menschen kommen inzwischen genau wegen der Maultiere und machen mir Mut, auf dem Weg mit ihnen weiter zu gehen bzw. zu reiten. Und natürlich gibt es bei jedem und jeder beliebtere und weniger beliebtere Maultiere. Aber das ist dann eine Frage der Sympathie gegenüber einem Individuum und die darf es ja auch gerne geben.

Spaß mit Rosalie

In diesem Sinne wünsche ich auch Dir viel Spaß mit den liebenswerten Dickschädeln. 🙂

P.S.: Ich bin gespannt, ob der Anrufer sich noch mal meldet!

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

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