Integration braucht Zeit

Ich muß mich bremsen, denn Dinky ist erst seit Sonntag bei uns! Das heißt, erst seit 2 Tagen kann sie sich an die Gerüche, Geräusche und den Tagesablauf bei uns gewöhnen und seit 2 Tagen gehört sie nun tagsüber zum normalen Bild auf dem Putzplatz. Gerne hätte ich heute die Herde auf die Koppel gelassen, aber durch das Tauwetter ist alles noch viel zu nass. Da muß ich mich halt in Geduld üben und Dinky langsam an die anderen gewöhnen. Integration braucht einfach Zeit – nicht nur im menschlichen Bereich.

Professor hält sich dezent in ihrer Nähe auf, wird aber kein bißchen aufdringlich und läßt sich auch trotz Zickerei Dinkyseits nicht anschrecken. Echt nett zu sehen, wie er sich immer wieder vorsichtig in ihre Nähe tastet. Er scheint sich ein bißchen an sie gewöhnt zu haben. Schadet ja nichts, wenn sie so einen Verehrer in der Herde hat 😉

Heute hab ich zuerst Navajo zu Dinky und Professor gelassen. Auf jeden Fall fand Dinky das Pferd wesentlich interessanter als die komischen Langohren. Klar, den Geruch von Pferden kennt sie. Mulis riechen einfach anders und für sie ist das ein neuer, unbekannter Geruch an anderen Tieren.
Das Interesse von Navajo hielt sich aber sehr in Grenzen. Er war ganz mit Chillen in der Sonne beschäftigt. Ein bißchen Verscheuen, wenn Dinky zu nahe kam, war seine einzige Reaktion auf die Neue.

Dinky riecht mal vorsichtig an Navajo
Dinky riecht mal vorsichtig an Navajo

Über den Zaun weg waren die Reaktion schon andere. Vor allem Tira, Afra und Bubble verscheuchten die Neue sobald sie zu nahe am Zaun stand. Dinky nahm es gelassen und hielt einfach Abstand. Dafür suchte Dinky sofort meine Nähe, wenn ich auf den Putzplatz kam. Immerhin hat sie begriffen, daß ich hier wichtig bin (außerdem bin ich natürlich immer nett zu ihr 😉 )

Tira findet den Neuling wohl nicht sehr nett
Tira findet den Neuling wohl nicht sehr nett

Also den nächsten Kandidaten: Igor, der Chef der Herde, kam als nächstes an die Reihe. Interessanterweise hielten sich auch seine Reaktionen in Grenzen, obwohl Dinky hier noch mehr Interesse zeigte. Ob sie wohl geblickt hat, daß er der Chef der Herde ist? Keine Hektik, kein großartiges aufeinanderzugehen, nur „langweiliges“ Rumstehen war angesagt. Ich hab die drei (Dinky, Igor und Profi) dann über Mittag zusammengelassen, damit sie sich aneinander gewöhnen. Zumindest gab es keine großartigen Schlägereien. Man stand halt so rum.

Dinky und Igor
Dinky und Igor

Spannend war dann der Nachmittag, als ich nochmals die Besetzung gewechselt habe.
Lukas, der ja immer sehr offen auf Pferde zugeht, fand die zickige Reaktion von Dinky wohl nicht nett und dreht den Spieß um, indem er ihr kräftig in den Popo biß.  Dann suchte er lieber die Nähe von Igor, seinem großen Freund.
Also Igor und Profi mal raus vom Putzplatz.
Elli, die vom Typ her Dinky ähnlich ist, hatte sich bisher sehr zurückgehalten. Auf dem Putzplatz wurde es dann doch etwas hektischer, als die beiden Damen aufeinandertrafen. Eine jagte mal die andere und mal anders rum. Bald aber zog Ruhe ein, solang die beiden genug Abstand zueinander hatten.
Dinky mußte nur gucken, wo sie ihre Standplatz hatte, denn mit Lukas hatte sie es ja auch verscherzt. Insgesamt war aber alles okay, solange der Abstand gewahrt blieb.

Das Experiment mit Ferdinand hat mich sehr erstaunt, denn der sonst eher zurückhaltende Ardennermuli ging sofort auf Dinky los und scheuchte sie auf dem Putzplatz umeinander. Ich hab Profi, der schon vor der Tür wartete, wieder dazugeholt, so daß Dinky außer mir noch einen weiteren Ruhepol hatte.
Genug der Erlebnisse und Aufregung habe ich dann beschlossen und Lukas, Ferdinand und Elli wieder vom Putzplatz in den Stallbereich gelassen. Alfred wollte sein Futter, deshalb drängelte der auf den Putzplatz, aber von Dinky wollte er nix wissen (sein Hafer ist ihm eindeutig wichtiger!).
Kurz habe ich die Shettystute Gina dazugelassen, aber die war dann mit Fellkratzen beschäftigt und Dinky hatte wohl auch keine Lust mehr, noch auf ein Tier zuzugehen.

Natürlich kann ich nicht die ganze Zeit nur däumchendrehend daneben stehen und so hab ich noch zuende gemistet (und einiges an Eis entfernt). Dann ging es mit Dinky wieder eine Runde um den Stall in ihre Nachtbox. Toll wie einfach sie mit mir mitläuft!
Begeistert ist sie allerdings vom Alleinsein in der Box nicht und versuchte sich mit Klopfen gegen die Panels wieder Aufmerksamkeit zu holen. Zur Futterzeit zog aber dann Ruhe ein.
So langsam verliert sie den Geruch von ihrem vorherigen Stall und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

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