Frühlingsgefühle

Gestern hab ich die Herde mal wieder auf die Koppel lassen können. Inzwischen ist der Boden wenigstens halbwegs abgetrocknet.
Genossen haben es alle. Für Dinky war das natürlich besonders gut, da sie in der Herde laufen konnte und die Integration auf der Weide einfacher ist. Die erste Zeit war einfach Umeinanderspringen angesagt, selbst die Alten ließen sich mitreißen.
Natürlich haben sie dann auch die feinen Frühlingsgrasspitzen genossen 🙂 Deshalb ist die Koppelzeit noch begrenzt. Auf jeden Fall aber war die Zeit ausreichend, daß alle sich ausgiebig im Dreck wälzen konnten 😉

Hier ein kurzen Video:

Integration braucht Zeit

Ich muß mich bremsen, denn Dinky ist erst seit Sonntag bei uns! Das heißt, erst seit 2 Tagen kann sie sich an die Gerüche, Geräusche und den Tagesablauf bei uns gewöhnen und seit 2 Tagen gehört sie nun tagsüber zum normalen Bild auf dem Putzplatz. Gerne hätte ich heute die Herde auf die Koppel gelassen, aber durch das Tauwetter ist alles noch viel zu nass. Da muß ich mich halt in Geduld üben und Dinky langsam an die anderen gewöhnen. Integration braucht einfach Zeit – nicht nur im menschlichen Bereich.

Professor hält sich dezent in ihrer Nähe auf, wird aber kein bißchen aufdringlich und läßt sich auch trotz Zickerei Dinkyseits nicht anschrecken. Echt nett zu sehen, wie er sich immer wieder vorsichtig in ihre Nähe tastet. Er scheint sich ein bißchen an sie gewöhnt zu haben. Schadet ja nichts, wenn sie so einen Verehrer in der Herde hat 😉

Heute hab ich zuerst Navajo zu Dinky und Professor gelassen. Auf jeden Fall fand Dinky das Pferd wesentlich interessanter als die komischen Langohren. Klar, den Geruch von Pferden kennt sie. Mulis riechen einfach anders und für sie ist das ein neuer, unbekannter Geruch an anderen Tieren.
Das Interesse von Navajo hielt sich aber sehr in Grenzen. Er war ganz mit Chillen in der Sonne beschäftigt. Ein bißchen Verscheuen, wenn Dinky zu nahe kam, war seine einzige Reaktion auf die Neue.

Dinky riecht mal vorsichtig an Navajo
Dinky riecht mal vorsichtig an Navajo

Über den Zaun weg waren die Reaktion schon andere. Vor allem Tira, Afra und Bubble verscheuchten die Neue sobald sie zu nahe am Zaun stand. Dinky nahm es gelassen und hielt einfach Abstand. Dafür suchte Dinky sofort meine Nähe, wenn ich auf den Putzplatz kam. Immerhin hat sie begriffen, daß ich hier wichtig bin (außerdem bin ich natürlich immer nett zu ihr 😉 )

Tira findet den Neuling wohl nicht sehr nett
Tira findet den Neuling wohl nicht sehr nett

Also den nächsten Kandidaten: Igor, der Chef der Herde, kam als nächstes an die Reihe. Interessanterweise hielten sich auch seine Reaktionen in Grenzen, obwohl Dinky hier noch mehr Interesse zeigte. Ob sie wohl geblickt hat, daß er der Chef der Herde ist? Keine Hektik, kein großartiges aufeinanderzugehen, nur „langweiliges“ Rumstehen war angesagt. Ich hab die drei (Dinky, Igor und Profi) dann über Mittag zusammengelassen, damit sie sich aneinander gewöhnen. Zumindest gab es keine großartigen Schlägereien. Man stand halt so rum.

Dinky und Igor
Dinky und Igor

Spannend war dann der Nachmittag, als ich nochmals die Besetzung gewechselt habe.
Lukas, der ja immer sehr offen auf Pferde zugeht, fand die zickige Reaktion von Dinky wohl nicht nett und dreht den Spieß um, indem er ihr kräftig in den Popo biß.  Dann suchte er lieber die Nähe von Igor, seinem großen Freund.
Also Igor und Profi mal raus vom Putzplatz.
Elli, die vom Typ her Dinky ähnlich ist, hatte sich bisher sehr zurückgehalten. Auf dem Putzplatz wurde es dann doch etwas hektischer, als die beiden Damen aufeinandertrafen. Eine jagte mal die andere und mal anders rum. Bald aber zog Ruhe ein, solang die beiden genug Abstand zueinander hatten.
Dinky mußte nur gucken, wo sie ihre Standplatz hatte, denn mit Lukas hatte sie es ja auch verscherzt. Insgesamt war aber alles okay, solange der Abstand gewahrt blieb.

Das Experiment mit Ferdinand hat mich sehr erstaunt, denn der sonst eher zurückhaltende Ardennermuli ging sofort auf Dinky los und scheuchte sie auf dem Putzplatz umeinander. Ich hab Profi, der schon vor der Tür wartete, wieder dazugeholt, so daß Dinky außer mir noch einen weiteren Ruhepol hatte.
Genug der Erlebnisse und Aufregung habe ich dann beschlossen und Lukas, Ferdinand und Elli wieder vom Putzplatz in den Stallbereich gelassen. Alfred wollte sein Futter, deshalb drängelte der auf den Putzplatz, aber von Dinky wollte er nix wissen (sein Hafer ist ihm eindeutig wichtiger!).
Kurz habe ich die Shettystute Gina dazugelassen, aber die war dann mit Fellkratzen beschäftigt und Dinky hatte wohl auch keine Lust mehr, noch auf ein Tier zuzugehen.

Natürlich kann ich nicht die ganze Zeit nur däumchendrehend daneben stehen und so hab ich noch zuende gemistet (und einiges an Eis entfernt). Dann ging es mit Dinky wieder eine Runde um den Stall in ihre Nachtbox. Toll wie einfach sie mit mir mitläuft!
Begeistert ist sie allerdings vom Alleinsein in der Box nicht und versuchte sich mit Klopfen gegen die Panels wieder Aufmerksamkeit zu holen. Zur Futterzeit zog aber dann Ruhe ein.
So langsam verliert sie den Geruch von ihrem vorherigen Stall und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

 

 

 

 

 

Zweiter Tag zur Eingewöhnung von Dinky

Nachdem Dinky die Nacht gut in der Box verbracht hatte, war ihr heute nach dem Frühstück  schnell langweilig. Sobald sie mich hörte, fing sie an mit gegen das Panel zu klopfen. Aber Gelduld lernen und zu warten, ist etwas, das sie bei mir auf jeden Fall lernen muß 😉
Erst mal hatte ich noch einen Ausritt. Danach bekamen die alten Hernn (Sammy, Alfred und Jack) noch ihre Haferration und dann konnte Dinky zu ihnen auf den Putzplatz. Das Führen von der Box um den Stall herum auf den Putzplatz war kein Problem, sie folgt einfach 🙂

Insgesamt gab es da nur kurze Begegnungen. Die alten blieben für sich und Dinky hielt auch Abstand.

 

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