Die Maultiere auf der Alb im neuen Jahr

Quo vadis?

Wohin geht es mit den Maultieren im neuen Jahr, was gibt es neue, welche Pläne sollen 2017 verwirklicht werden?
Jetzt ist bereits der siebte Tag des neuen Jahres und immer noch kein neuer Blogbeitrag. 😮 Einfach zuviel los! Aber jetzt! Zum Ausgleich nun ein richtig langer Artikel 😉

Natürlich mache ich mir immer mal wieder Gedanken darüber, was ich mit den Maultieren erreichen will. Nicht nur zu Silvester, aber natürlich ist das ein guter Punkt, sich Gedanken zu machen. Endlich nehme ich mir auch die Zeit für diesen Blogartikel „Maultiere auf der Alb 2017“.

Bestandsaufnahme

Maultierherde in vielen Farben
Maultiere in vielen Farben sind in der Albmuli-Herde

Natürlich steht vor der Planung die Bestandsaufnahme, was die Tiere können und wo ich sie in meinem Betrieb einsetzen kann.
Eigentlich bin ich da schon ganz zufrieden, denn alle 14 Maultiere in meinem Wanderreitbetrieb lassen sich von mir und meist auch von anderen Menschen aufhalftern, anbinden, putzen und auch die Hufe auskratzen. Für Pferdeleute mag das wenig klingen, aber da ich einige scheue Tiere dabei habe, dies sich zum Teil zu Anfang nicht mal anfassen ließen, ist das schon mal eine gute Grundlage. Die Maultiere auf der Alb im neuen Jahr weiterlesen

Professor – ein Maultier lernt Vertrauen

Vertrauen ist eine ganz wichtige Komponente in der Zusammenarbeit mit den Maultieren. Professor ist ja schon ein paar Jahre bei mir. Er hat Glück gehabt, damals als er in Münsingen auf einer Weide mit Lamas stand und sich nur sehr schlecht fangen ließ. Glück, weil es Winterzeit war und ich Zeit hatte, ihn vertrauter mit mir zu machen. So konnte er zu mir und den anderen Mulis kommen.
Die Jahre gehen dahin und inzwischen ist er ein netter Kerl. Immer noch vorsichtig Menschen gegenüber, vor allem wenn er sie nicht kennt. Aber Professor – ein Maultier lernt Vertrauen weiterlesen

In meiner Herde am 14. März 2016

Ich liebe die Zeiten, in denen Zeit zum Verweilen in der Herde ist. Da muß der Blogartikel zum vergangenen Wochenende mit dem Boden- und Trailkurs noch ein bißchen warten.
Aber teilhaben lassen möchte ich Euch an den Augenblicken 🙂
Maultier Afra

Selfie mit Maultier Afra

Gestern war so ein Tag. Und für das Verhältnis zu den Tieren, vor allem zu den Maultieren sind solche Zeiten wichtig! Wenn Du also ein eigenes Tier oder eine Reitbeteiligung hast, verbringe einfach auch Zeit mit den Tieren. Ganz nebenher tut es uns auch gut und entschleunigt in der schnellen Zeit 😉

Hier findet Ihr mehr Bilder:
Albmulifotografie

 

Vier Tage – vier Mulis Eselsfest in Wolfegg

UNTER ESELN GILT DAS MULI ALS PFERD

Falls Du noch nicht da warst, kann ich Dir das Eselfest im Bauernhaus in Wolfegg empfehlen. Wir haben es sehr genossen. Das Museumsteam gibt sich viel Mühe und wir werden gut versorgt. Die verschiedenen Wettbewerbe sind in lockerer Stimmung, keine verbissenen Kämpfe um die Schleifen – so haben wir das zumindest gesehen. Einfach nett, andere Esel- und Mulileute kennenzulernen. Alte und neue Bekannte zu treffen und sich auszutauschen. Vier Tage – vier Mulis Eselsfest in Wolfegg weiterlesen

Vier Tage mit vier Tieren – 2. Tag

UMWEGE UND BEGEGNUNGEN

Ausgeruht und munter startet der neue Tag. Zumindest wir Menschen sind nach dem langen Schlaf ausgeruht. Ein Vorteil beim Wanderreiten: meistens schlafe ich da wesentlich mehr als normal.
Die Mulis blicken mir auch schon erwartungsvoll entgegen. Ob sie wissen, daß es noch ein paar Tage weitergehen wird?

Das Packen klappt heute schneller und ist einfacher. Das Packsystem hat sich bewährt. Die „Packsättel“, also die Sättel von Elli und Lukas, nehmen wir jeweils zu zweit und setzen sie von hinten auf den Rücken. So können wir ohne viel Aufhebens die Taschen dranlassen und trotzdem ordentlich satteln. Übrigens nehmen es beide Tiere gelassen, so gesattelt zu werden.

Wie üblich laufen wir erst ein Stück mit den Tieren, bevor wir aufsteigen. Dem Bussen, dem „heilige Berg Oberschwabens“ sind wir inzwischen schon nahe gekommen. Am heutigen Tag wird er uns aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen sein.

Die Strecke hatte ich abseits der Bundesstraße durch Felder und den Wald geplant. Leider Vier Tage mit vier Tieren – 2. Tag weiterlesen

Hohenzollernritt 2015 4.Tag

VIERTER TAG
Boll – Jungingen
Der Höhepunkt und Wendepunkt unseres Rittes 😉

Wanderritt Hohenzollern
Burg Hohenzollern im Licht der aufgehenden Sonne
Wanderritt Hohenzollern
Zur zusätzliche Stärkung für die Höhenmeter gibt es ein bißchen Kraftfutter
Wanderritt Hohenzollern
Hinauf zur Burg
Wanderritt Hohenzollern
Wir kommen näher (zum Glück tragen uns Muli und Pferd hinauf 😉 )
Wanderritt Hohenzollern
Wie die Rittersleut
Wanderritt Hohenzollern
Elli erobert die Burg!

Wie die Rittersleut 😉

 

Wanderritt Hohenzollern
Das Land liegt uns zu Füßen
Wanderritt Hohenzollern
Im Burghof mit Muli und Pferd
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Damit wir in Ruhe die Aussichten genißen können, binden wir die Tiere an. Bubble sthet einfach frei mittendrin. Es ist schon von großem Vorteil, wenn die Wanderreittiere so schnell in den „Standby-Modus“ gehen.
Wanderritt Hohenzollern
Imposante Kulisse für ein Schläfchen der Tiere in der Sonne
Wanderritt Hohenzollern
Blick zum Turm
Wanderritt Hohenzollern
Auch wenn Igor ein Pferd ist, stand er doch prima wie die Maultiere (klar der 23 jährige hat ja auch schon einiges an Wanderreiterfahrung auf dem Buckel).
Wanderritt Hohenzollern
Volle Gelassenheit während sich die Burg mit Touristen füllt. Wahrscheinlich bringen wir die ersten Mulis in die Burg  😉
Wanderritt Hohenzollern
Blick ins Tal beim Weg hinunter
Wanderritt Hohenzollern
Natürlich führen wir die Tiere runter. Die Holzbrücken sind kein Problem
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Warten auf die Öffnung der Schranke. Bubble folgt mir.
Wanderritt Hohenzollern
Abschied von der Burg
Wanderritt Hohenzollern
Nachdem wir von der Burg runter sind, geht es dann wieder bergauf. Wir reiten die Buckel immer rauf und laufen bergab.
Wanderritt Hohenzollern
Gut, daß wir nicht auf einem Besen sitzen 😉
Wanderritt Hohenzollern
Wir sind wieder oben kurz vor dem Zeller Horn, um noch einmal die grandiose Aussicht zu genießen
Wanderritt Hohenzollern
Wahnsinn! Dieser Blick!
Hohenzollernritt
Mit Bubble ganz cool am Rande des Abgrundes (und nebenei noch fotografieren 😉 )
Wanderritt Hohenzollern
Der Blick auf die Burg Hohenzollern
Wanderritt Hohenzollern
Igor in der Pause am Nägelehaus
Wanderritt Hohenzollern
Blick vom Raichbergturm auf das Picknick
Wanderritt Hohenzollern
Manchmal geht der Weg nicht so weiter, wie die Karte ihn anzeigt. Kleine Pause zum Lage checken, dann geht es weiter (angekommen sind wir ja immer)
Wanderritt Hohenzollern
Noch einmal ein Blick in die Weite von oben
Wanderritt Hohenzollern
Begegnung auf dem Weg runter ins Tal nach Jungingen
Wanderritt Hohenzollern
Die Tiere übernachten in Jungingen wieder auf einer Wiese. Die Reiterinnen genießen nach der Nacht im Stall Sauna, gutes Essen und kuschelige Betten im Hotel Post.

Scheue Tiere vor Publikum

Schon über eine Woche ist unser Hoffest vorbei und ich möchte Euch doch noch kurz etwas davon berichten. Super war, daß viele Menschen gekommen waren, um den Gottesdienst im Grünen mitzufeiern, um sich auf dem Albhof der Familie Reutter- unserer Heimat- umzusehen, um zu essen und zu trinken, um alte und neue Bekannte zu treffen und natürlich auch, um die Maultiere zu sehen.

Maultier im Regen
Leider öffnete der Himmel pünktlich zum Beginn unserer Vorstellung die Schleusen, so daß wir im Bereich des Offenstalls blieben, wo die ZuschauerInnen etwas geschützt waren. Die Mulis ließen sich auch vom Regen nicht abhalten, draußen zuzugucken.
Lukas, mein Packmuli, durfte spontan mit dem Wallach meiner Freundin die Qualitäten eines brav mitlaufenden Mulis zeigen. Einfach toll, daß er ohne Probleme einfach mit jedem Pferd als Handtier mitläuft 🙂

Lukas als Handtier
Mit einer kleinen Gruppe meiner ReitschülerInnen hatte ich ausgemacht, daß sie sich bei der Vorführung der Maultiere und Pferde beteiligen können.
Die Aufregung der Kinder wich bald einer Konzentration und Zielstrebigkeit. Nach einem kurzen Ausschnitt aus dem Reitunterricht durften sie die verschiedenen Maultiere zeigen.

Maultierwallach ProfessorGanz cool blieben dabei auch die „kleinen“ Maultiere. Der vormals so scheue Professor ließ sich ebenso dicht an den fremden Menschen vorbeiführen wie die Reitmaultiere, die ja Menschen gewohnt sind.

Maultierwallach FerdinandGanz selbstverständlich holten die Mädchen die Tiere in den Ring. So lief auch Ferdinand einfach mit dem ihm fremden Mädchen inmitten der ZuschauerInnen. Ich mußte zu Anfang schlucken, denn das war wirklich ein Experiment, ob er nicht Angst kriegen und abhauen würde. Doch er blieb gelassen, als sei es ganz alltäglich. Einfach toll, wie sich der kleine Ardennermuli gemacht hat! 🙂
Maultierstute Rosalie
Auch die etwas zickige Rosalie lief brav mit und zeigte sich zu meinem Erstaunen von der besten Seite! Die Konzentration der Mädchen ließ einfach gar keine andere Wahl.

Maultierstute DinkyFür Dinky war es der erste Auftritt bei mir und sie lief brav die Runden mit.
Toll auch, daß die Mädchen ganz selbstverständlich die Maultiere holten und herumführten, obwohl sie sonst ja mit den Reitmulis unterwegs sind. Da scheint der Unterricht doch etwas gebracht zu haben 😉

Maultierstute MerleNatürlich durfte Merle auch ihre Kistennummer zeigen. Sie ist ja erfahren durch die Messen. Ganz cool blieb sie auch, als ich unter ihr her ging, während sie auf der Kiste stand – gelernt ist gelernt!
Am Ende war ich total glücklich, daß die Tiere sich so gut benommen hatten und so viel Vertrauen gezeigt hatten. Vor allem bei Professor, Ferdinand und Rosalie ist es toll, daß sie so gut mitgemacht haben, denn sie waren ja alle drei, als sie zu mir kamen, krittisch gegenüber den Menschen. Inzwischen scheint eine gute Grundlage des Vertrauens gelegt zu sein (hat aber auch ein paar Jahre gedauert 😉 ).

Maultiervertrauen

 

Zeigt her Eure Füße!

Immer wieder ist es spannend, wenn Menschen bei mir reiten und natürlich vorher die Tiere geputzt und auch die Hufe ausgekratzt werden.

Am besten ist es natürlich, wenn die Tiere die Hufe geben, wenn man leicht ans Röhrbein klopft. Dann können sie erst ihr Gewicht auf die anderen Hufe verlagern und uns locker den Huf geben. Das ist auch angenehmer für die Tiere, als wenn ihnen der Mensch das Bein in die Höhe zieht und ihnen quasi den Boden unter den Füßen wegreißt. Zur Zeit habe ich lauter Tiere bei denen das eigentlich sehr gut klappt. Das war nicht immer so, aber davon später mehr.

Alfred Hufe auskratzen„Eigentlich“ diese Einschränkung mache ich, weil es nicht immer so klappt. Da geht es dann an die Ursachenforschung. Meine Tiere kennen das Hufegeben und können das auch, wir sind also nicht mehr in der Übungsphase.
Trotzdem kann es sein, dass ein Tier den Huf nicht geben will, z.B. weil es den gegenüberliegenden Fuß nicht belasten will. Wenn ich das Problem lösen kann, indem ich den anderen Fuß erst auskratze und z.B. einen dicken Stein entferne, ist das prima. Finde ich dort nichts, könnte es natürlich sein, dass sich gerade ein Abzeß bildet, den man von außen nicht sieht. Da heißt es dann, im Laufen mal gucken, ob das Muli lahmt.
Ein anderer Grund könnte natürlich auch sein, dass neben dran ein anderes Tier zu dicht steht. Dem lässt sich ja schnell Abhilfe schaffen.

In den meisten Fällen ist es aber zum Glück der Mensch, der sich ungeschickt verhält, so dass mein Maultiere beschliessen, nicht zu vertrauen und lieber mit den Füßen am Boden zu bleiben. Das ist nämlich der erste Schritt: das Tier muß uns soweit vertrauen, dass es das Teil seines Körpers hergibt, mit dem es weglaufen kann. Wir würden ja auch nicht jedem unseren Fuß geben.
Hektik oder auch Aufregung, weil man ja weiß, dass es unangenehm ist, wenn so ein Huf auf unserem Fuß landet, ist da hinderlich. Wie immer im Umgang mit den Maultieren gilt: positiv denken, also im Kopf haben, was man will. Wenn wir Kopf haben, was alles passieren könnte, verhalten wir uns schon so, dass genau das wahrscheinlich wird.

Ich stelle mich dazu dicht an das Maultier, klopfe ans Röhrbein und nehme, nachdem das Tier das Gewicht auf die anderen Hufe verlagert hat, den Huf hoch. Der Huf ist übrigens das Teil am Bein, an dem keine Haare wachsen! Immer wieder muß ich diesen Satz sagen, denn die meisten Menschen halten das Bein an Fessel oder sogar am Röhrbein. Das ist zu instabil und bringt natürlich das Tier dazu den Huf lieber wieder abzusetzen. Wenn ich die Zehenspitze des Hufes nach obern klappe, kann das Muli das Bein wesentlich schlechter wegziehen.
Der nächste Punkt ist: ich hab mich ja gleich zu Anfang dicht neben das Tier gestellt. Wenn ich den Huf in der Hand habe, steht mein dem Tier zugewandeter Fuß ziemlich da, wo vorher der Huf stand. So hat das Tier einen angenehmen Stand und wird nicht aus dem Gleichgewicht gebracht durch seitliches Rausziehen. Ich kann das Bein des Tiers leicht an mein Bein anlehnen. Bei den Hinterhufen lege ich das Fesselgelenk auf meinen Oberschenkel und habe so einen guten Halt. Wenn man sich als Mensch mal die „Hufe“ auskratzen läßt, kann man das ganz gut ausprobieren, was angenehmer ist.

Viele Menschen mit schlechten Hufkratzerfahrungen, stehen genau aus Angst vor einem zappelnden, schlagenden Tier auf Abstand. Damit fördert man aber erstens das Zappeln, denn der Huf wird ja dann seitlich rausgezogen und das Tier aus dem Gleichgewicht gebracht. Zweitens ist es auch wesentlich gefährlicher, weil das Tier dann mehr Schwung mit dem Bein nehmen kann und uns im Falle eines Falles mit viel mehr Wucht trifft.
Klar ist, dass ich mich bemühe zügig zu arbeiten.

Ich sage einfach „ab“, wenn ich fertig bin und lasse los. Andere setzen den Huf auf den Boden. Zum einen ist das Absetzen nicht ganz so rückenfreundlich für uns. Zum anderen arbeite ich auch an den Hufen auch, indem ich sie zwischen meine Beine klemme. Da heißt es für das Tier: solange ich an dem Bein dran bin, bleibt es oben. Das gibt dann natürlich Missverständnisse, wenn jemand die Hand am Huf bis zum Boden hat. Sie nehmen dann den Huf sofort wieder hoch.
Klar, daß ich vorher meinen Fuß von der Stelle entfernt habe, auf der das Maultier seinen Huf absetzt 😉 .

Afra Hufe auskratzen

Oben habe ich ja schon erwähnt, dass ich inzwischen lauter hufgeb-freundliche Maultiere habe. Das war bei einigen Tieren zu Anfang nicht so.

In der Regel ist das Hufekratzen vorne etwas unproblematischer als bei den Hinterhufen. Wenn das Hufegeben nicht klappt, ist es vorrangig, erst das gegenseitige Vertrauen zu schaffen. Darauf kann man dann aufbauen (wenn ich dem Tier vertraue gehe ich als Mensch natürlich auch anders an die Aufgabe!)

Bevor ich zum Hufeauskratzen komme, übe ich erst das Hufegeben! In kleinen Schritten gehe ich dabei vor, nehme den Huf erst nur wenige Zentimeter und nur kurz hoch. In der Übungsphase höre ich immer auf, wenn es gut klappt und lasse dann das Tier erst mal drüber nachdenken (in den großen Muliköpfen wird viel gedacht 😉 ).

Ein großes Problem ist für viele das Ausbalancieren im Stand. Ferdinand und Mala verweigerten deshalb das Hufegeben. Bei Mala war es interessanterweise nur der linke Hinterhuf. Sie ist auch ziemlich schief gewesen. Nachdem sie bei mir in einer Herde mit mehr Bewegung, nicht nur topfebenen Koppeln und dem Offenstall mit Stufen läuft hatte sich ihr Gleichgewicht schon gut gebessert. Nach osteopathischer Behandlung wurde es noch mal besser. Allerdings kann es immer noch sein, dass sie den Huf nicht gibt, weil sie sich unsicher bei dem Menschen ist. Ferdinand blieb einfach mit dem Gewicht gleichmäßig auf den vier Hufen. Bei Verweigeren reicht es manchmal aus ein bisschen das Gewicht des Tieres auf den anderen Fuß zu drücken. Da Maultiere aber bei Druck gerne mit Gegendruck reagieren, ist das weniger effektiv wie bei Pferden. Besser ist es bei solchen Tieren in der Fesselgelenkbeuge kräftig zu kraulen, bis sie den Fuß entlasten. Das gilt natürlich nur bei den Tieren, die sich nicht durch schlagen wehren!

Solche gibt es auch. Wie schon gesagt ist es meist hinten schwieriger. Bei Rosalie und Professor war das anfangs so. Rosalie hatte etwas mehr den Schwerpunkt auf Zappeln und Wegziehen. Bei Afra war der erste Versuch, sie hinten zu beschlagen, eine Katastrophe. Sie zog den Huf weg, schlug aus, regte sich immer mehr auf und wollte gar nicht mehr stillstehen. Deutlich war die Aussage: bleib mir von den Füssen weg, sonst schlage ich! Da lässt sich natürlich nicht vernünftig arbeiten, erst recht nicht beschlagen.
In kleinen Schritten kommt man auch hier zu Ziel. Zuerst üben wir, dass das Tier Berührung an dem Bein aushält. Dafür können wir auch mit einer Gerte das Bein abstreichen, dann sind wir aus der Schusslinie. 😉 Wenn das Muli das gut aushält, geht es weiter mit der Hand – Aufpassen auf den Kopf. Hier gilt natürlich auch: wenn ich ganz dicht am Tier stehe, kann es schlechter Schwung holen. Dann kommt Anklopfen und Loben, wenn der Huf hochgehoben wird. Oder wir machen mit dem Fesselgelenkbeugekraulen weiter. Wieder wird der Huf erst nur ganz kurze Zeit hochgehalten und viel gelobt. Und erst dann Schritt für Schritt weitergearbeitet. Bei Afra habe ich dann geübt mit dem Hammer, auf den Huf zu klopfen, bis sie das gut ausgehalten hat.
Auch beim Ablassen des Hufes bleibe ich ganz dicht am Tier, presse mich bei Schlägern sehr an, damit das Muli nicht doch noch zum Schluß Schwung für einen Schlag holen kann.
Bei schlagenden Mulis ist es Gründen der Sicherheit sinnvoll, sich das Hufauskratzen von jemand Erfahrenen zeigen zu lassen und sich Hilfe zu holen, wenn es nicht klappt. Maultiere sind einfach sehr deutlich in ihren Meinungsäußerungen und das ist nicht immer nett für uns!

Betty , eine Mulistute, die leider nicht mehr bei mir ist, hatte die Technik, sich voll auf den Huf zu legen, den ich in der Hand hatte. Auch da helfen kleine Schritte, also anfangs nur wenig und kurz hochheben. Und dann langsam steigern, wenn das Tier sich ausbalanciert hat.
Insgesamt heißt es auch immer am Gleichgewichtsgefühl und an der Vertrauensbasis zu arbeiten.
Solange das Hufegeben nicht gut klappt, ist an Hufbearbeitung nicht zu denken (höchstens unter Sedierung und das ist ein eigenes Thema). Es sind nur ein paar Minuten, die ich mir in Ruhe Zeit nehmen muß, um zu üben, aber es lohnt sich! 🙂
Inzwischen lassen sich alle meine Tiere auch von Fremden die Hufe auskratzen, wenn sie richtig stehen (s.o.)

Übrigens kann es immer sein, dass, wenn ich ein neues Maultier bekomme, es mir nicht die Hufe geben will, weil die Vertrauensbasis fehlt und das Tier durch den Umzug noch gestresst ist. Das gibt sich aber, wenn man dran bleibt.

Rosalie Hufeauskratzen

Muliputzen – mehr als Saubermachen!

Vor jedem Ritt putze ich natürlich mein Muli. Aber dieses Putzen ist mehr als nur Saubermachen!

Jetzt im Frühjahr sind auch die Maultiere im Fellwechsel und da genießen sie das Putzen sehr.  Nachdem sie sich im Dreck gewälzt haben, ist das Putzen natürlich  besonders effektiv 😉
Allerdings heißt das beim Putzen auch: „Mund zu“, denn die Haare finden immer den Weg Richtung Mund, und „Muli sauber, Mensch eingestaubt!“ Aber das Putzen ist ja mehr als nur Saubermachen! Muliputzen – mehr als Saubermachen! weiterlesen

Warum ich gerne morgens in den Stall gehe!

Ich gebe zu, manchmal würde ich auch gerne länger liegen bleiben, als jeden Morgen gegen sechs (im Sommer auch viel früher) bei jedem Wetter in den Stall runterzutigern. Doch der innere Schweinehund ist meist schnell überwunden. Da ist die Erwartung, wie es im Stall aussieht. Liegen noch welche aus der Herde? Wo liegen sie? Erwarten sie mich schon, weil alles Heu schon leer gefressen ist? Ist alles okay mit jedem Tier?

Liegende Maultiere
Elli, Ferdinand und Profi liegen im Stall

Wenn noch Tiere liegen, kann ich nicht wiederstehen … Warum ich gerne morgens in den Stall gehe! weiterlesen