Vier Tage und vier Mulis – 3.Tag

STRASSEN, REGEN UND GASTFREUNDSCHAFT

Morgenstimmung
Pferdeherde auf dem Vollochhof

Ich schlafe am morgen tatsächlich bis sieben Uhr. Das ist ja schon Urlaub 😉 Dann führt mich aber mein Weg schnell zu den Tieren. Sie sind auch ganz zufrieden und ausgeruht. Die Pferde, die hier auf dem Hof zuhause sind, kommen auf die Koppel, das ist natürlich ein bißchen aufregend. Aber die vier sind ja zusammen, da beruhigen sie sich schnell wieder.

In aller Ruhe satteln wir nach dem guten Frühstück. Inzwischen sind die Handgriffe Routine und auch die Tiere kennen die Abläufe. Noch ein Bild zum Abschluß und wir ziehen weiter.Putzplatz

Kurz nach dem Hof geht es über eine stark befahrene Landstraße. Die Mulis sind cool und wir können nach kurzer Wartezeit die Straße gut überqueren. Aber es fällt auf, wieviel Stress so eine Straße macht. Im Gegensatz zu uns, die wir uns im Schritt bewegen, brausen die Fahrzeuge auf der Straße in einem Affenzahn vorbei. Fast unverständlich ist mir dann diese Hektik. Gleichzeitig weiß ich natürlich, daß ich die Straßen genauso nutze und es sehr lästig finde, hier ausgebremst zu werden, wenn ich im Auto sitze. Aber vielleicht kann ich mir die Erinnerung an die Straßenquerungen ins Gedächtnis rufen, wenn es mir mal wieder nicht schnell genug gehen kann.

Das Wetter zieht sich zu und irgendwann fängt es an zu tröpfeln. Zusätzlich ist die Wegfindung in einem Waldstück etwas schwierig. Ich brauche etwas, um den richtigen Weg zu finden. Der ist nämlich einer Rückegasse wesentlich ähnlicher als einem Weg.  Das ist ja das Spannende beim Wanderreiten: manchmal ist der breite und bequeme  Weg der falsche und der richtige ist schmal und schwer zu finden.

Bevor wir ein längeres Stück außerhalb vom Wald unterwegs sind, machen wir eine kurze Pause. Zeit auch, Lukas seinen Regenponcho anzuziehen. Manchmal erschreckt sich ja Lukas vor seinen Gepäckstücken. Den Poncho akzeptiert er ganz gut. Ich versichere ihm auch, daß das jetzt einfach nötig ist. Damit der Poncho nicht flattert, hab ich Hosenträger mitgenommen und spanne diese unten um die Taschen. So liegt der Poncho an. Gegen Abrutschen der Hosenträger sind sie nach oben mit Schnürsenkeln gesichert. Die Konstruktion läßt sich auch einfach wieder abmachen und ich bin ganz zufrieden (Lukas, wie es scheint auch 😉 ).

Packmuli
Lukas bzw. das Gepäck gut eingepackt gegen Regen

Maultierreiten mit Packmuli

Der Regen hört bald fast ganz auf. Glück gehabt, denn abends hören wir, daß es in der Gegend wohl ziemlich geschüttet haben muß. Unser Picknick machen wir auf einer Waldlichtung, auf der die Mulis ordentlich fressen können.
Nochmal ein Anruf auf dem Handy vom Quartier bei Bad Waldsee. Wie sieht es aus mit Abendessen? Ich wäre abends zum Gasthof gelaufen, um wenig Mühe zu machen. „Wäre“ denn es kommt das Angebot zu kochen und zusammenzusitzen bei der Gastfamillie. 🙂 Gerne sage ich zu!

Picknickpause

Fresspause
Elli läßt es sich schmecken

Ein gutes Stück des Weges führen wir dann bergab. Das Laufen tut gut. Nach dem Austausch am Abend vorher im Vollochhof habe ich die Strecke umgeplant. Es ist nicht ganz einfach, weil hier weniger Wälder und natürlich die typischen Moor-und Riedlandschaften weniger Wegeauswahl zulassen. Anstatt neben einer vielbefahrenen Landstraße zu reiten  und dann wieder Waldwege aufzusuchen, wählen wir ein längeres Stück auf einer kleinen Straße. Dort läßt es sich auch entspannter reiten.

Wandern mit Maultieren

Am liebsten bin ich allerdings im Wald unterwegs. Das Vergnügen haben wir dann auch. Immer am Rand eines Naturschutzgebietes zeigt sich der Riedwald von seiner verwunschenen Seite – ein schöner Weg auch bei dem etwas nieseligen Wetter.

Das letzte Stück an der Straße zieht sich etwas, denn im Schritttempo ist der Weg eintönig. Aber dann werden wir herzlich empfangen. Der „Stall“ für die Nacht ist bereit. Inzwischen hat der Regen ganz aufgehört und die Mulis dürfen auch noch auf die Koppel. Das genießen sie natürlich nach der Nacht im Stall: ausgiebiges, für Mulis ja sozusagen lebenswichtiges Wälzen ist angesagt und rumbocken und galoppieren. Das verwundert immer wieder die Nichtmulikenner: erst stehen sie lammfromm am Anbinder und dann düsen sie über die Weide 🙂
Toll, daß sich dann auch noch ein Regenbogen über den Himmel spannt!

Maultier und Regenbogen

Müdes Maultier
Elli läßt es sich nicht nehmen auf der Koppel rumzudüsen, während die anderen sich an den Äpfeln laben.

Wir sind nobel untergebracht: jede von uns darf in einem eigenen Zimmer mit Bett schlafen. Schon wieder brauchen wir also unsere Schlafsäcke nicht 🙂 Einfach toll, daß uns hier fremde Menschen einfach in ihrem Haus übernachten lassen. Und nicht nur das: wir werden auch vorzüglich bekocht. Lange sitzen wir noch zusammen, denn Freunde des Hauses (Schwarzwälderzüchter) kamen auch noch dazu. Der Gesprächstoff geht unter Reitersleut natürlich nicht aus 😉
Die Tiere verbringen die Nacht im Stallprovisorium und genießen Futter und trockene Liegefläche.

Mulinachtquartier

Ein kleines Video vom Handtierreiten hab ich auf unseren Youtube Kanal gestellt.
Hier der link: https://www.youtube.com/watch?v=WnjoP2RiCww

 

 

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

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