Vier Tage – vier Mulis 4. Tag

MIT UMWEGEN ZUM ZIEL

Es schläft sich gut, wenn die Tiere gut untergebracht sind. Außerdem ist es toll, in einem Bett zu schlafen. Die nächsten 2 Nächte werde ich ja im Pferd- äh : Mulihänger schlafen 😉
Auch die Tiere erwarten schon ihre Heuportion am Morgen. Übrigens haben sie zusätzlich kein Kraftfutter bekommen. Wozu auch, denn die Strecken waren gut machbar und ohne Stress. Außerdem gab es ja auch immer wieder Fresspausen am Wegesrand.

Ich bin gespannt, wie wir an Bad Waldsee vorbeikommen. Auf der westlichen Seite ist Ried und Moor, auf der östlichen Seite Bundesstraße und Golfplatz. Ich hab mich entschieden, den Weg am Rand von Waldsee im Industriegebiet zu wählen.
Eine gute Entcheidung, denn trotz einigem Verkehr kommen wir gut durch und erreichen schnell wieder Feld- und Waldwege. Hier sind wir wesentlich entspannter. Na ja, bis ein Reitverbotsschild uns den Weg versperrt.
Also in der Karte eine Alternative suchen.  Ein Umweg, aber es geht. Dafür führt uns der Weg nun an einem Wildschweingehege vorbei. Fröhlich grüßt eine dicke Wildsau und wir grüßen zurück. Interessanterweise macht das den Mulis nix aus.
Leider stehen wir kurz darauf wieder vor einem Durchrittverboten – Schild. Eine akzeptable Alternativroute gibt es nicht, zu sehr ist die Landschaft eingezwängt im Straßennetz. Also Augen zu und durch, im Notfall führen. Das Wetter ist regnerisch und es ist ja Freitag, da sind wohl nur wenige Menschen unterwegs. Außerdem ist der WEg bzw. ds kleine Sträßle asphaltiert. Nach einigen Metern wird klar, warum ReiterInnen hier nicht durchsollen: der Kletterpark breitet sich rechts und links und über dem Weg aus. Wenn hier viel los wäre, ist das sicher kein Vergnügen hier durchzukommen. Außer den Menschen am Eingang begegnen wir aber im ganzen Wald keiner Menschenseele und von der anderen Seite ist auch nirgenswo ein Schild zu sehen. Beim nächsten Mal muß ich die Strecke aber auf jeden Fall hier noch mal ummodeln.

Die Landschaft ändert sich. Kies- und Sandgruben umreiten wir. Das wären tolle Übungsplätze zur Trailarbeit. Aber wir sind ja auf Trail und das ist Übung unterwegs 😉
Gelassen machen wir Pause am Waldrand, wo die Tiere erst grasen und dann angebunden ausruhen können. Eigentlich ist es nun nicht mehr weit bis Wolfegg. Die Kühe sehen auf jeden Fall schon sehr nach Allgäu aus und das Gelände wird nun auch wieder hügeliger.

In einer Pinkelpause läuft Bubble frei, während meine Mitreiterin die 3 anderen Mulis am Strick hält. Normal entfernt sich Bubble zwar auf der Suche nach den besten Gräsern immer etwas, aber bleibt in Sichtweite. Heute marschiert sie aber zielstrebig Richtung Heimat, also den Weg zurück. Zur Sicherheit fang ich sie lieber schnell ein, denn ich möchte gerne mit allen vier Tieren in Wolfegg ankommen.

Eine weitere Überraschung erwartet uns dann. Nachdem wir den Weg, der uns über die Bahnlinie führen soll, gefunden haben, stehen wir unten im Tal vor Drehkreuzen 😯 ! Auf der Karte war hier ein Fahrweg eingezeichnet. Die Alternativroute würde uns durch Wolfegg direkt führen. So ein Mist! Kurzer Test: ja die Drehkreuze kann man nach oben aushängen. Sollen wir es wagen so über die Gleise zu gehen? Der Weg ist allerdings mit Gummimatten belegt, ob Lukas da wohl drübergeht?
Es stinkt mir total, aber die Vernunft siegt: ein weiteres Umkehren ist nötig. Den Berg wieder rauf und dann eben doch durch Wolfegg zu unserem Ziel. Gerade sind wir wieder aufgestiegen, da braust auf den Gleisen ein Güterzug mit vielen, vielen Waggons vorbei – gut, daß wir nicht gerade auf den Gleisen standen!

Die Strecke neben und auf den Straßen zum Bauernhausmuseum zieht sich zwar, aber die Mulis laufen gelassen. Endlich erreichen wir unser Ziel und werden herzlich begrüßt.
Schnell die Tiere zum Paddock führen. Die Baustellengitter zur Abtrennung können wir erweitern, so daß die vier genügen Platz haben. Leider nieelt es wieder. Die Sättel lagern wir abgedeckt auf den Gittern. Meli kommt mit dem Auto und nimmt mich mit nach Mehrstetten, wo ich mein Auto und den Hänger hole.
Leider brauche ich doch 3 Stunden, bis ich wieder in Wolfegg bin. Es ist dunkel, kein Mensch mehr unterwegs auf dem Platz und es regnet. Schnell den Hänger neben dem Paddock platziert und die Sättel im Hänger deponiert. Stromzaun noch zusätzlich über dem Absperrgitter gespannt und den Tieren Heu gefüttert.
Nur wenige Esel sind schon angereist.
Kathrin ist ziemlich durchgefroren und schnell machen wir uns mit dem Auto auf die Suche nach einem Gasthaus. Zum Glück werden wir gleich in Wolfegg fündig. Schön, wenn man satt und warm ist 😉

Besonders komfortabel ist nun unsere Übernachtung nicht: im Auto mit umgeklappter Rücksitzlehne und ich im Hänger. Na ja, dafür kann ich den Sternenhimmel sehen 😀

Abritttbereit

Bubble und Elli
Bubble und Elli
Pablo und Lukas
Pablo und Lukas

Pause

Kiesgrube

Allgäuer Kühe

Ankunft in Wolfegg

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

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