Zähne zeigen

Zähne zeigen

Eigentlich ging es mir ja schon länger im Kopf rum, dass auch Mala mal eine Zahnkontrolle gebrauchen könnte. Doch wie so oft, blieb es erst mal bei dem Gedanken. Zum Glück fotografiere ich ja ziemlich viel und das Bild, auf dem Mala flehmt und deutlich die Schneidezähne zeigt, gab den Ausschlag.

Von der Bildbearbeitung gleich ins Emailprogramm und die Zahnärztin um einen Termin gebeten. Damit es sich wenigstens ein bisschen lohnt, gleich 2 Tiere angemeldet.
Fast genau ein Jahr ist es her, dass ich von derselben Tierärztin Bubble, Pablo und Alfred behandeln ließ. Damals hat es sehr gut geklappt, Pablo und Alfred waren brav, während Bubble natürlich eine Extradosis zum Beruhigen brauchte.Malas Zahnarzttermin

Mala machte erst mal große Augen und checkte sofort, dass etwas Besonderes los war, als die Tierärztin mit ihrem Equipment auf den Putzplatz kam. Erstaunlicherweise ließ sie sich aber recht ruhig abhorchen und die Spritze relativ gut setzen. Das ist ja oft bei Mulis nicht so einfach.
Mala ist ein ganz liebes verschmustes Maultier, aber wenn sie etwas nicht will, ist sie sehr entschlossen. Jetzt war ihr Misstrauen war geweckt, denn wieso wollten wir sie hier beruhigen? An eine Zahnbehandlung war in diesem Abwehrstatus, trotz deutlich verlangsamten Reaktion, nicht zu denken. An einem zappelndem Tier kann man nicht arbeiten. Also noch mal eine Dosis „Schlafmittel“, was aber nicht mehr so einfach war, da sie sich jetzt gegen eine weitere Spritze wehrte. Mit Ruhe und Beharrlichkeit klappte es dann aber.
Die Methode nachspritzen ist bei Mulis eine zweischneidige Sache. Auf der einen Seite kommt man so vielleicht auch mit der kleinen Dosis aus, was natürlich auch für die Tiere weniger belastend ist. Auf der anderen Seite wird es meist schwieriger ein zweites Mal mit der Spritze an die Tiere dran zukommen, da es ja gerade die Maultiere sind, die sich nicht so leicht beruhigen. Maultiere gehören sicher nicht ganz vorn auf die Beliebheitsskala bei den TierärztInnen (obwohl Alfred und Pablo da positive Ausnahmen sind). Beim nächsten Mal können wir dann im Zahnpass nachsehen, denn da ist ja auch die Sedierungsdosis eingetragen.Mala mit Maulgatter

Da sie bei den Schneidezähnen so deutliche Abwehrreaktionen gezeigt hatte, begann die Zahnärztin mit den hinteren, den Backenzähnen. Das ließ sich Mala auch relativ gut machen. Es hat sich gelohnt, denn da hatten sich deutliche Wellen und Haken gebildet. Beim Abschleifen staubte es ganz ordentlich und Mala musste auch mal prusten. Insgesamt war sie trotz Sedierung noch auf Habacht-Stellung.
Als die hinteren Zähne fertig waren, kamen die vorderen dran, die ja auch ganz schräg waren.
Komischerweise hielt sie hier zuerst gar nicht gut ruhig, sondern zappelte ziemlich rum, obwohl sie die hinteren gut hatte machen lassen. Deshalb gibt es hier auch keine Fotos, da ich mit Muli-Stützen und Halten beschäftigt war 😉

Auf jeden Fall war die Zahnbehandlung sinnvoll und ich hoffe, sie kann nun wieder kraftvoll zubeißen!

Die Sedierung haben wir gleich genutzt und die Tierärztin hat Mala gleich auch noch den Chip gesetzt. Das ging auch ganz gut und jetzt kann sie endlich auch einen Pass bekommen.

Nach Mala war noch Sammy, mein alter 34 jähriger Haflinger dran, der auch einige Haken hatte und einen Wackelzahn, der gezogen wurde. Im Gegensatz zu Mala war er recht einfach (außer, dass er fast aus den Latschen kippte 😉 ).

Beide Tiere haben die Sedierung gut vertragen und sind ziemlich gleichzeitig wieder fit geworden. Nach einer Zeit auf dem Putzplatz durften sie nachmittags wieder zur Herde und ihr neues Kaugefühl ausprobieren.
Beide haben übrigens ohne Probleme und mit viel Genuß am Spätnachmittag ein Stück trockenes Brot gemampft.Mala beim Aufwachen

Der Link zur Tierärztin, die sich auf Zahnbehandlungen spezialisiert hat:

http://pferdezahnarzt-maschner.de/

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

2 Gedanken zu „Zähne zeigen“

    1. Beim Fotografieren entdeckte ich, daß ihre Eckzähne ganz schön schief abgerieben waren, so kann sie schlecht kauen.
      Bei dem Termin zeigte sich dann auch, daß sie mehr scharfe Kanten an den Backenzähnen hatte, die zum einen das richtige Kauen erschweren und zum anderen in der Backenschleimhaut reiben.
      Bei den Maultieren reiben sich die Zähne beim Gebrauch ab und werden nachgeschoben. Deshalb kann man ja an den Zähnen das ungefähre Alter bestimmen. Wenn sich an einer Stelle dann eine Unregelmäßigkeit ergibt, hat das Auswirkungen auf das gesamte Kauverhalten.

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