Zweiter Tag zur Eingewöhnung von Dinky

Nachdem Dinky die Nacht gut in der Box verbracht hatte, war ihr heute nach dem Frühstück  schnell langweilig. Sobald sie mich hörte, fing sie an mit gegen das Panel zu klopfen. Aber Gelduld lernen und zu warten, ist etwas, das sie bei mir auf jeden Fall lernen muß 😉
Erst mal hatte ich noch einen Ausritt. Danach bekamen die alten Hernn (Sammy, Alfred und Jack) noch ihre Haferration und dann konnte Dinky zu ihnen auf den Putzplatz. Das Führen von der Box um den Stall herum auf den Putzplatz war kein Problem, sie folgt einfach 🙂

Insgesamt gab es da nur kurze Begegnungen. Die alten blieben für sich und Dinky hielt auch Abstand.

 

Also durften die drei wieder zur Herde und dafür holte ich Professor auf den Putzplatz, der ja immer sehr interessiert an Neulingen ist.  Es schien für Dinky spannend zu sein, daß da so ein Langohr war. Esel kennt sie, aber hier bei mir hatte sie ja nun die ersten Begegnungen mit anderen Maultieren. Zunächst flüchtet sie und es sah so aus, als würde Profi sie jagen. Aber als sie ihn abwehrte und ausschlug, war Dinky verblüfft, daß Profi sofort auf Abstand ging. Es ging ein paar Mal hin und her und immer wieder wirkten beide verblüfft, wenn der bzw. die andere zurückwich. Maultiere haben ja keine Rangordnung wie Pferde, sondern sind sehr soziale Anarchisten. Sie sind interessiert an Herde und wollen nicht alleine sein, aber entscheiden nicht einfach wie die Herde, sondern individuell für sich. Das bedeutet, daß in der Muliherde es von Situation zu Situation verschieden ist, wer gerade  das Sagen hat. Wer die meiste Energie oder den meisten Willen in dem Moment hat, darf den anderen verscheuchen. Dinky schien erstaunt, daß sie so einfach Professor verscheuchen konnte.Dinky und ProfessorDie beiden haben sich nicht wirklich gezofft, aber sind sich auch nicht wirklich näher gekommen. Beide blieben eher in abwartender Haltung. Natürlich gab es auch Begegnungen über den Zaun zu den anderen Herdenmitgliedern. Dinky riecht noch nach ihrem alten Stall und gehört deshalb absolut nicht dazu. Die anderen waren zwar neugierig, zeigten aber deutlich, daß die Neue noch nicht dazugehört.

Dinky und Afra
Dinky und Afra

Aus menschlicher Sicht erscheint das gemein. Aus Sicht der Herde ist das Verhalten normal, denn jeder Eindringling bringt Unruhe und deshalb auch Gefahr für die Herde. Bei dem eingeschworenen Team weiß jedes Herdenmitglied, wo es dran ist. Nun muß sich die Herde erst an den Neuling und der Neuling an die Gepflogenheiten hier gewöhnen.
Profi und Dinky haben dann den Nachmittag miteinander auf dem Putzplatz verbracht. Es war okay, keiner der beiden hatte irgendwelche Blessuren, aber große Freunde wurden sie auch nicht. Als ich ein bißchen Heu reingeworfen habe, hat Dinky Profi weggejagt und hat in Ruhe gefressen.

Zur Fütterzeit habe ich Profi wieder zur Herde gelassen und Dinky kam zu mir. Angekommen in der Herde ist sie noch nicht. Aber ich habe dann einfach die Zeit genutzt und bin mit ihr noch eine Runde um den Hof gelaufen. So konnte sie sich auch hier noch umsehen und die neue Heimat kennenlernen. Toll, daß sie ohne Probleme mitläuft. Meine Position als Bezugsperson habe ich so natürlich auch gestärkt und das ist ja wichtig, bevor ich sie mit der Herde auf die Koppel lasse (die muß aber erst noch abtrocknen).
Mal sehen, wen ich ihr morgen zur Gesellschaft gebe.

Spazierganz mit Dinky

Veröffentlicht von

Julia

Hallo, ich bin Julia und schreibe hier über meine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Maultieren. Mehr über mich und was ich so mache, siehst Du auf meiner Seite unter https://albmuli.de/

2 Gedanken zu „Zweiter Tag zur Eingewöhnung von Dinky“

    1. Bei dem Matsch draußen kann ich sie gerade nicht auf die Koppel lassen, aber sie kommt jetzt immer wieder mit anderen Herdenmitgliedern zusammen. Da wird sie sich schon eingewöhnen und zum Wochenende wohl ganz in die Herde können.

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